{"id":7911,"date":"2023-04-05T08:00:04","date_gmt":"2023-04-05T06:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.svieta.org\/?p=7911"},"modified":"2023-04-05T17:10:20","modified_gmt":"2023-04-05T15:10:20","slug":"bericht-erstes-kriegsjahr-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/2023\/04\/bericht-erstes-kriegsjahr-in-der-ukraine\/","title":{"rendered":"Bericht, erstes Kriegsjahr in der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Viktoria Dobrzhynska, das Ukrainische Vorstandsmitglied, hatte an der Migliederversammlung am 31. M\u00e4rz 2023 diesen Bericht vorgelegt:<\/p>\n<p><em>Der 24.02.2022 hat das Leben jeder Urkrainnerin und jedes Ukrainer auf vor und danach geteilt. Wir werden diese furchtbaren N\u00e4chte, die voll mit Sorgen, \u00c4ngsten und dem Gef\u00fchl, dass alles was passiert, doch nicht wahr sei, nie vergessen. In einem Moment wurden die Leben von Millionen Menschen ver\u00e4ndert und zerst\u00f6rt. Tausende wurden get\u00f6tet oder verletzt, Zehntausende haben alles verloren, Hunderttausende mussten fl\u00fcchten. Jede Geschichte, die damals erz\u00e4hlt wurde, war eine Trag\u00f6die. <\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Leute mussten Tage und N\u00e4chte lang in ihren Kellern bleiben, ohne Hoffnung zur\u00fcck nach Hause gehen zu k\u00f6nnen. Die Frauen mit Kindern, die in diesen Tagen nach Westen zu fl\u00fcchten versuchten, mussten im Februar am Bahnhof am Gleis warten und \u00fcbernachten, um den Rettungszug nicht zu verpassen. In einer Stunde waren alle Superm\u00e4rkte und Apotheken zu (niemand arbeitete, alle waren im Keller) und die Leute sind f\u00fcr Wochen (bis erste humanit\u00e4re Hilfe gekommen ist) ohne Nahrungsmittel und Medikamente geblieben. In diesem furchtbaren Moment gab es im Nikolaiev Baby House (NBH) 250 Kinder, und niemand in diesem Chaos wusste, wie es mit ihnen weitergehen w\u00fcrde. Meiner Meinung nach haben die Krankenschwestern, die rund um die Uhr mit den Kindern geblieben sind, eine Heldentat geleistet.<br \/>\nErst Ende M\u00e4rz 2022 wurde vereinbart, dass NBH einen sogenannten gr\u00fcnen\u00a0Korridor f\u00fcr 24 Stunden kriegt und die Kinder durften evakuiert wurden. In einer Nacht mussten sie einpacken (ah, was heisst einpacken, nur die wichtigsten Dokumente und ein bisschen Kleidung und Nahrung f\u00fcr die Kinder mitnehmen). Alle Kinder, die zur\u00fcck in ihre Familien gehen konnten, wurden heimgeschickt. Andere, die nicht transportf\u00e4hig waren, sind im regionalen Krankenhaus geblieben. Somit reisten nur 62 Kinder mit 15 Krankenschwestern am 26.03.2023 nach Chernovtsy. In Chernovtsy wurden sie bei einer Hilfsorganisation \u201eCity of Goodness\u201c untergebracht.<br \/>\nDar\u00fcber hat &#8220;Freunde von Svieta&#8221; genug auf der Webseite geschrieben, deswegen werde ich hier das alles nicht wiederholen, ich m\u00f6chte nur sagen, dass die Lebenskonditionen f\u00fcr die Kinder sehr gut sind und dass sie alles N\u00f6tige haben. Es ist nicht ideal, dass die Mitarbeiterinnen dort wohnen, wo sie arbeiten. &#8220;Freunde von Svieta&#8221; war bereit ein Haus zu mieten, aber sie haben kein passendes Haus oder Wohnung gefunden und bevorzugen es, mit den Kindern zu wohnen.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich wurden alle laufenden und geplanten Projekte, die mit Infrastruktur verbunden waren, bis Ende des Krieges gestoppt. Gott sei Dank bleibt das Geb\u00e4ude des NBHs bis heute intakt. Wegen kr\u00e4ftigen Explosionen wurden nur ein paar Fenster zerbrochen, aber sonst nicht.<br \/>\n&#8220;Freunde von Svieta&#8221; war vom ersten Tag des Krieges hilfsbereit. So lange das Banksystemen noch funktionierte, hatten wir Geld geschickt, so dass f\u00fcr die Kinder notwendige Nahrungsmitteln und Pflegemitteln gekauft werden konnten.<\/p>\n<p>Sobald es eine M\u00f6glichkeit gab, haben wir NBH in Chernovtsy besucht und Geld f\u00fcr Medikamente oder dringende F\u00e4lle gebracht.<br \/>\nDie Kinder bleiben wie immer die Priorit\u00e4t Nr.1 von &#8220;Freunde von Svieta&#8221;. Alle Kinder, die unsere Hilfe brauchten, haben sie auch unabh\u00e4ngig vom Krieg und der Evakuation bekommen.<\/p>\n<p>Seit Februar 2022 wurde f\u00fcr 5 Kinder medizinische Hilfe geleistet:<br \/>\nElen \u2013 Reise nach Kiev in die Uniklinik f\u00fcr Kardiologie zur Kontrolle nach der Herz OP.<br \/>\nMykola \u2013 Reise nach Kiev in die HNO Klinik f\u00fcr Kinder und bekam ein H\u00f6rger\u00e4t.<br \/>\nRobert \u2013 Reise nach Kiev in die Kinderklinik OXMADET. Die Behandlung dauerte 1,5 Monate, 2 OPs (Gastro und Tracheostoma). Leider hat das Kind nicht \u00fcberlebt und ist an den Folgen seiner angeborenen Erkrankungen verstorben.<br \/>\nViktoriya &#8211; Prophylaxe der Multiple Kinder Parese.<br \/>\nMaxim \u2013 Reise nach Kiev in die Kinderklinik OXMADET zu Behandlung der Erkrankung der Atemwegen. OP (Tracheostoma) wurde schon geplant aber dann wurde doch entschieden, dass man momentan noch zuwartet.<\/p>\n<p>Wir bedanken uns herzlich daf\u00fcr, dass ihr Geld gespendet habt und dadurch erm\u00f6glicht habt, die Kinder zu retten.<\/p>\n<p>Am Ende m\u00f6chte ich noch ein paar Worte zum zweiten Heim f\u00fcr schwerbehinderte Kinder in Zurupinsk (ZuBS) sagen. Leider konnten die Kinder nicht durch die Ukraine evakuiert werden, da die Stadt in den ersten Kriegstagen schon durch die Russen \u00fcbernommen wurde. Die Kinder wurden jedoch von den Russen evakuiert, nur nicht westlich sondern nach Osten. Sie befinden sich momentan im kleinen Dorf mit dem Namen Skadovsk, das etwa 100 km \u00f6stlich der Frontlinie am Schwarzen Meer lieg. Direkten Kontakt mit den Kindern haben wir nicht mehr. Nur selten bekommen wir indirekte Neuigkeiten, so z.B. dass die Kinder alles N\u00f6tige haben und dass es ihnen den Umst\u00e4nden entsprechend gut geht.<\/em><\/p>\n<p>Thun, 31.3.2023<br \/>\nViktoria Dobrzhynska<br \/>\n<\/br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viktoria Dobrzhynska, das Ukrainische Vorstandsmitglied, hatte an der Migliederversammlung am 31. M\u00e4rz 2023 diesen Bericht vorgelegt: Der 24.02.2022 hat das Leben jeder Urkrainnerin und jedes Ukrainer auf vor und danach geteilt. Wir werden diese furchtbaren N\u00e4chte, die voll mit Sorgen, \u00c4ngsten und dem Gef\u00fchl, dass alles was passiert, doch nicht wahr sei, nie vergessen. In [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-7911","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7911"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7911\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7960,"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7911\/revisions\/7960"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7911"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.svieta.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}